Leptospirose

Die Leptospirose ist eine weltweit vorkommende Zoonose. Die schraubenförmigen Bakterien der Gattung Leptospira interrogans verursachen eine Erkrankung mit oftmals tödlichem Ausgang.

 

Akutes Nierenversagen, schwere Lungensymptome und atypische Verlaufsformen mit ausschließlich gastrointestinalen Symptomen prägen die Erkrankung beim Hund.

Es gibt über 260 Serovare, gemeint sind Variationen, von Leptospirosa interrogans. Die für Hunde in Deutschland am bedeutendsten sind die Serovare Grippotyphosa, Australis, Bratislava, Canicola, Icterohaemorrhagiae, Pomona, Sejroe und Saxkoebing.

Die Ausscheidung und Kontamination der Umwelt erfolgt durch den Urin infizierter Tiere. Wildlebende Nagetiere, vor allem Ratten sind die größte Infektionsquelle. Gut 10% der Nagetiere sind mit Leptospiren infiziert. Aber auch Igel, Wildschweine, Eichhörnchen und Füchse stellen eine Infektionsquelle dar.

Eine Infektion findet oft über Kontakt mit Wasser statt, besonders stehende oder langsam fließende Gewässer sind besonders häufig kontaminiert. Eine indirekte Übertragung über Erde, Futter und Schlafstellen ist möglich.

Synonyme

  • Hundetyphus (1852, Hofer)
  • Weil'sche Krankheit (1886, Weil)
  • Stuttgarter Hundeseuche (1899, nach einer Hundeausstellung in Stuttgart erkrankten viele Hunde an akutem Nierenversagen)

Der Erreger - Leptospiren

Leptospiren sind dünne, fadenförmige, helikal gewundene, gramnegative Bakterien mit einer Länge von 10 bis 20 μm und einem Durchmesser von 0,10 bis 0,15 μm. Charakteristisch sind ihre aufgebogenen Zellenden.

Durch Rotation um die eigene Achse und mithilfe des Axialfilaments sind Leptospiren in der Lage, aktiv durch intakte Schleimhäute in den Wirt einzudringen. Sie siedeln sich im Zuge einer Bakteriämie in der Niere, vermehren sich und können dann intermittierend über mehrere Monate bis Jahre mit dem Urin ausgeschieden werden. 

Aufgrund der in der äußeren Hülle befindlichen Lipopolysacchariden (LPS) wirken sie stark immunogen, aktivieren Granulozyten, Thrombozyten, die Gerinnungskaskaden und verursachen eine massive Freisetzung von Entzündungsmediatoren (Interleukine, Interferon, TNFα).

 

Die Hauptwirte der unterschiedlichen Serovare

Serogruppe

Serovar

Bedeutende Wirte


Australis

Australis

Bratislava

München

Ratte, Schwein

Ratte, Schwein, Pferd, Igel

Ratte, Schwein


Atumnalis

Atumnalis

Bim

Maus

Maus


Ballum

Castellonis

Maus, Eichhörnchen, Opposum


Canicola

Canicola

Hund


Grippotyphosa

Grippotyphosa

 

 

Vanderhoedoni

Wühlmaus, Waschbär, Stinktier, Opposum, Bisamratte

Maus, Hamster


Icterohaemorrhagie

Copenhageni

Icterohaemorrhagie

Ratte

Ratte


Pomona

Pomona

Rind, Schwein, Stinktier, Opposum


Sejroe

Hardjo

Rind, Schaf


Ein oder mehrere Serovare können gleichzeitig an verschiedene Säugetierspezies angepasst sein. Die sogenannten Reservoirwirte scheiden die Erreger mit dem Urin aus, ohne selbst daran zu erkranken. 

Außerhalb des Wirtes vermehren sich Leptospiren nicht, überleben aber bis zu mehrere Monate bei bei optimalen Bedingungen, wie feuchter und warmer Umgebung (0–25 °C). Im unverdünnten Urin von Fleischfressern überleben Leptospiren allerdings nur kurze Zeit.

Der Hund als Wirt

Die Leptospirose wird als Krankheit für unsere Hunde oft unterschätzt, da es auch sehr milde Krankheitsverläufe gibt. Solche Hunde können dann auch lange Leptospiren ausscheiden. Leptospirose ist weit verbreitet. Infiziert sich der Hund, vermehren sich die Leptospiren sofort im Blut und besiedeln von dort aus die Organe, allen voran die Nieren, die Leber und die Lunge. Die Schädigung erfolgt hauptsächlich durch die Vermehrung des Erregers und die Entzündungsreaktion des Körpers.

Die Übertragung - Wie steckt der Hund sich an

Zum einen direkt

  • Infizierter Urin
  • Bisswunden
  • Diaplazentar
  • Orale Aufnahme von infiziertem Gewebe

zum anderen auch indirekt

  • Kontaminiertes Wasser
  • Kontaminiertes Erdreich
  • Kontaminiertes Futter

Die Erkrankung beim Hund

Initiale Symptome

Im Beginn eher unspezifische Symptome.

  • Fieber
  • Gerötete Schleimhäute
  • Anorexie
  • Apathie
  • Schmerzhaftes Abdomen

Im weiteren Verlauf

  • Erbrechen
  • Durchfall, auch blutiger Durchfall
  • Ikterus an den Schleimhäuten
  • Oligurie oder Anurie im Sinne eines Nierenversagens
  • Schocksymptomatik als mögliche Anzeichen eines Multiorganversagens, unter Umständen mit Herz und Lungenbeteiligung
  • SIRS (Systemic inflammatory response syndrome), systemische Entzündungsreaktion durch massive Freisetztung von Entzündungsmediatoren. 

  • DIC (Disseminierte intravasale Koagulopathie) ist die Folge von schweren Endothelschäden der Blutgefäße mit Verbrauchskoagulopathie, einer deutlichen Thrombopenie und einer verlängerten Gerinnungszeit. 

  •  

    LPHS (Leptospiral pulmonary haemorrhage syndrome). Durch die Einwirkung und Anlagerung von Immunkomplexen entstehen Endothelschäden und Alveolarwandschäden, welche zu Lungenblutungen und akutem Lungenversagen führen können. 


Typische Laborbefunde: Blut

  • Leukozytose
  • Thrombozytopenie
  • Anämie
  • Erhöhte Leberenzyme
  • Bilirubinämie
  • Azotämie
  • Elektrolytverschiebungen als Folge von Durchfall und Erbrechen
  • verlängerte Gerinnungszeiten

Typische Laborbefunde: Urin

  • Proteinurie
  • Bilirubinurie
  • Glukosurie
  • Pyurie
  • Hämaturie.

Prognose

 

Fälle mit Oligurie, Azotämie, Hyperbilirubinämie und deutlicher Atemnot enden mit einer höheren Wahrscheinlichkeit letal als Fälle mit einer reinen Hepatopathie. Eine Blutungsneigung (Epistaxis, Melaena, Hematemesis, Petechien, Hämaturie) sowie pathologische radiologische Lungenbefunde werden ebenso als schlechte prognostische Faktoren angesehen. 

Die Diagnose

Wegen der hohen Ansteckungsgefährdung des Menschen und zum Einleiten einer zielgerichteten Therapie für den Hund ist eine schnelle Diagnose wichtig.

Direkte Nachweisverfahren

Es stehen mehrere direkte Verfahren für den direkten Leptospiren-Nachweis zur Verfügung. Methode der Wahl ist die PCR, die anderen Methoden spielen kaum noch eine Rolle.

  • Polymerase-Kettenreaktion (PCR): Sensitivste Methode. Insbesondere geeignet am Anfang der Infektion, bei chronisch infizierten oder geimpften Hunden und asymptomatischen Dauerausscheidern.
    Die Leptospiren-DNA kann zumeist in den ersten zehn Tagen der Erkrankung mittels PCR im Blut nachgewiesen werden. Mit fortschreitender Dauer der Infektion nimmt die Zahl der Bakterien im Blut ab, im Harn jedoch zu, lassen sich dort bis zu 3 Wochen länger nachweisen. Da der genaue Zeitpunkt der Infektion meist unbekannt ist, sollten am besten sowohl Blut als auch Harn mittels PCR untersucht werden.
    Nachteil: Bei einer zu geringen Anzahl an Bakterien reagiert der Test falsch negativ. Ebenso bereits 24 Stunden nach Gabe eines Antibiotikums.
    Die Befunde der PCR sollten daher immer zusammen mit dem klinischen Zustand und den Symptomen des Patienten interpretiert werden.
  • Mikroskopie: Der mikroskopische Nachweis der Erreger kann aus Harn, Blut, Liquor, Organmaterial, Dialysat- beziehungsweise Körperhöhlenflüssigkeit gewonnen werden. Es sind mindestens 104 Leptospiren/ml Probenmaterial notwendig, um sie bei der Dunkelfeldmikroskopie wahrnehmen zu können. Zu falsch positiven Ergebnissen kann es kommen, wenn Fibrin oder Proteinfäden sowie andere Spirochäten (zum Beispiel Maulhöhlen-Treponema spp.) fälschlicherweise mit Leptospiren verwechselt werden. Dadurch hat die mikroskopische Diagnostik heute keine Bedeutung mehr.
  • Kulturelle Isolierung: Proben für die kulturelle Anzucht von Leptospiren können aus Körperflüssigkeiten wie Harn, Blut, Liquor und aus Gewebeproben entnommen werden. Die Kultur ist für der Routinediagnostik nicht geeignet, da Leptospiren extrem langsam wachsen und die kulturelle Anzucht sehr aufwändig und anfällig für Kontaminationen ist.

Nur im positiven Fall gelten direkte Nachweisverfahren als beweisend!

Indirekte Nachweisverfahren

  • MAT: Der MAT gilt als der Goldstandard bei der Diagnose der Leptospirose. Laut Empfehlungen der World Health Organization (WHO), sollte der Test mindestens 19 Serovare, welche 16 verschiedenen Serogruppen angehören, umfassen. Außerdem sollten die im MAT verwendeten Serovare der geographischen Region und den dort vorkommenden Leptospiren entsprechen. Der Test ist lediglich serogruppen- und nicht serovarspezifisch, da die Antikörper der Serovare innerhalb der gleichen Serogruppe stark kreuzreagieren können. Aus diesem Grund sollte mindestens ein Serovar der apathogenen Spezies L. biflexa verwendet werden, da die Antikörper ebenso mit den saprophytären Serovaren kreuzreagieren können, obwohl sie eigentlich gegen die pathogenen Serovare gerichtet sind.
    Für eine gesicherte Diagnose mit dem MAT werden zwei Serumproben im Abstand von zwei bis vier Wochen untersucht. Ein vierfacher Titeranstieg bei einem nicht aktuell geimpften Tier gilt als beweisend für eine vorangegangene Infektion.
    Problematik: Eingeschränkte Vergleichbarkeit und Reproduzierbarkeit von MAT-Ergebnissen bei verschiedenen Laboranbietern. Außerdem ist der MAT nicht standardisierbar, da lebende Kulturen benötigt werden. 
    Der MAT gilt jedoch insgesamt, im Vergleich zu anderen Testsystemen, als der serologische Test mit der höchsten Sensitivität und Spezifität, was den häufigen Einsatz in der Diagnostik erklärt.
  • Enzyme-Linked Immunosorbent Assay (ELISA): Die meisten klinischen Fälle beim Hund werden mittels serologischer Nachweisverfahren diagnostiziert. Antikörper sind fünf bis sieben Tage nach Ausbruch der Symptome im Blut nachweisbar.
    Der IgM Antikörpernachweis mittels Schnelltest kann als erstes Screeningverfahren eingesetzt werden, ist aber nur im positiven Fall ein Hinweis auf eine aktuelle Infektion.
    Der ELISA ist standardisierbar, schnell, einfach, und die Auswertung erfolgt photometrisch. Es gibt IgG und IgM spezifische ELISA und jene, die beides nachweisen. Innerhalb der ersten Woche post infectionem (p. i.) steigen die spezifischen IgM-Ak an, erreichen den höchsten Wert zwei Wochen p. i. und fallen danach wieder ab. IgG-Ak hingegen steigen zwei Wochen p. i. an und fallen vier Wochen p. i. wieder ab. IgG-Ak steigen nach einer Impfung deutlicher an und halten über Monate einen konstant hohen Titer. Bei nur einer Serumprobe stellt daher die Verwendung eines kombinierten IgG/ IgM-ELISA eine geeignet Alternative zum MAT dar, um zwischen einer akuten Infektion oder einer länger zurückliegenden Impfung zu unterscheiden.
  • Schnelltests: Die Aussagekraft der aktuell verfügbaren Tests ist noch unklar. 

Weitere diagnostische Verfahren im Krankheitsverlauf

  • Abdomen-Sonographie (Verdacht auf Invagination)
  • Röntgen Thorax

Die Therapie

Möglichst Sicherung von Probenmaterial vor Einleitung der Behandlung.

Antibiose

Doxycyclin: 10 mg/kg KGW 1 x täglich p.o. oder 5 mg/kg KGW 2 x täglich p.o. für mindestens 21 Tage

Cave: Anorexie, Erbrechen, Anstieg der Leberenzyme

Amoxicillin: 20 mg/kg KGW 3 x täglich p.o. für 28 - 31 Tage

Cave: Nur Stopp der Erregerausscheidung über den Urin nach 24 Stunden, keine Erregereliminierung.

Symptomatische Behandlung

  • Dehydratation, und hypovolämischem Schock: massive intravenöse Infusionstherapie entgegenwirken.
  • Erbrechen: Antiemetika
  • Urämische Gastritis: Protonenpumpenhemmer
  • Schmerzen des Abdomens: Analgetika

Spezielle Behandlung

  • Invagination: Operation
  • DIC: Plasma-Transfusionen (fresh-frozen Plasma oder frisch gewonnene Plasmaspenden)
  • LPHS-Patienten: Atmung muss streng überwacht werden. Sauerstoffzufuhr. Die Gabe von Steroiden zur Reduktion der die Lungenschäden verursachenden Immunreaktion wird bei Hunden kontrovers diskutiert. 

Eine schwer verlaufende Leptospirose erfordert eine intensivmedizinische Betreuung (mehrmalige Kontrolle der Vitalparameter, Blutdruck, zentraler Venendruck, Körpergewicht). Die Nierenfunktion und Harnproduktion werden optimalerweise über ein geschlossenes Harnkathetersystem gemessen und reduziert damit gleichzeitig die Umgebungskontamination. Regelmäßige Blutkontrollen (Hämatokrit, Nierenparameter, Thrombozyten und Elektrolyte) sind notwendig, um den Krankheitsverlauf zu verfolgen. Vorsicht ist hier bei Jungtieren oder kleinen Hunderassen geboten, da oftmalige Blutabnahmen bei anämischen Hunden eine weitere Reduktion des Hämatokrit bewirken.
Bei der caninen Leptospirose ist eine intensive Therapie zur Unterstützung der Nierenfunktion (bis hin zur Dialyse) essenziell, da im späteren Verlauf der Erkrankung ein renales Wash-out Phänomen mit plötzlicher Polyurie und Elektrolyt-Verlust auftreten kann. In diesem Fall ist die Infusionsrate anzupassen und Elektrolyte sind entsprechend der Verluste zu substituieren.
Die enterale Ernährung sollte so früh wie möglich über Ernährungssonden erfolgen. Rekonvaleszente Hunde können chronische Nieren- und/oder Lebererkrankungen entwickeln. Regelmäßige Kontrollen in den folgenden sechs bis zwölf Monaten sind daher angezeigt. 

Haushalt mit mehreren Hunden und Katzen

Eine prophylaktische Gabe von Doxycyclin bei Hunden, die mit erkrankten Tieren im selben Haushalt leben, wird zwar empfohlen, aber auch kritisch hinterfragt.

Aufgrund des zoonotischen Potenzials der Leptospiren, sind Hygienemaßnahmen wie Handschuhe und Schutzkleidung sowie Schutzbrillen beim Reinigen der Käfige und Ausläufe sowie beim Umgang mit den Tieren oder deren Ausscheidungen angebracht. Spritzwasser und Wasserdampf sollten hierbei vermieden werden. Urin-kontaminierte Umgebung ist zuerst mit trockenem Papier und Reinigungsmittel, anschließend mit jodhaltigen Desinfektionsmittel zu säubern. Kontaminierte Materialien sind sicher zu entsorgen und dürfen nicht in die Umwelt gelangen.

Die Prophylaxe

Impfung

Die Impfung stellt für den Hund den wichigsten Schutz dar. Die seit den 70er Jahren gebräuchlichen Impfstoffe schützen vor der Infektion mit den Serovaren Canicola und Icterohaemorrhagiea. Sie bieten keinen Schutz gegen die Serovare, die heute die meisten Erkrankungen verursachen. Es sollten daher optimalerweise nur tetravalente Impfstoffe zum Einsatz kommen.

Ein weiteres Plus der Impfung ist die Verhinderung des Ausscheidens von Leptospiren klinisch inapparenter Hunde. Die Verbreitung durch diese Hunde wird verhindert und das Zoonoserisiko gesenkt.

Beim Hund gehört die Leptospiroseimpfung zu den sogenannten Core-Impfungen, d.h. jeder Hund sollte zu jeder Zeit gegen Leptospirose geimpft sein. Geimpft wird ab der 8. Lebenswoche. Nach der ersten Impfung wird diese nach 3-4 Wochen, dann nach einem Jahr und danach jährlich wiederholt. Dies gilt auch für ältere Hunde. Bei Umstieg von einem alten bivalenten Impstoff auf einen neuen tetravalenten Impfstoff oder einer Impflücke länger als 18 Monate findet eine erneute Grundimmunisierung statt.

 

Idialerweise findet die Impfung im Frühjahr statt, um den Hund während der kritischen Jahreszeiten optimal zu schützen.

Management

  • keine Aufnahme von Nagetieren
  • kein Trinken oder Baden aus stehenden oder sehr langsam fließenden Gewässern

Die Bedeutung als Zoonose

Je nach Vorkommen der Reservoirwirte kann sich der Mensch mit vielen verschiedenen Serovaren infizieren und fungiert dabei immer als Zufallswirt.

Die Inkubationszeit beträgt fünf Tage bis zwei Wochen. Danach kommt es zuerst zu milden fieberhaften Symptomen. In dieser Phase werden zuerst IgM-Antikörper gebildet, die in Schnelltests nachgewiesen werden. Später erfolgen die meisten Diagnosen mit dem MAT und dem Nachweis von bestimmten Serovaren zuordbaren IgG/IgM-Titern.

Unbehandelt kommt es, je nach Virulenz des Serovars, der Bakterienmenge und der gebildeten spezifischen AK zur Besiedelung und Schädigung weiterer Organe.

Die schwerwiegendsten Formen der humanen Leptospirose sind LPHS und Morbus Weil. LPHS verursacht schwere Blutungen in der Lunge und somit den Untergang des Gewebes, was unbehandelt innerhalb von 72 Stunden zum Tod führen kann. Letzteres weist eher unspezifische Symptome zusammen mit Ikterus und Splenomegalie auf. Akute Niereninsuffizienz, Thrombozytopenie und Hämorrhagien können folgen. Die Mortalitätsrate liegt bei Morbus Weil zwischen 5 Prozent und 15 Prozent, bei LPHS sogar 30 bis 70 Prozent. Weltweit erkranken jährlich etwa 853.000 Menschen an Leptospirose, wovon circa 5 Prozent an der Infektion sterben.

Die meisten Infektionen erfolgen in den Sommermonaten bei Erwachsenen. Prädisponierende Faktoren sind Freizeitaktivitäten oder Gartenarbeiten mit möglichem Kontakt zu Nagetieren, sowie der direkte Kontakt zu Hunden und Katzen.

Weiterführende Literatur und Links

s. Quellenangaben #Leptospirose

Aktualisiert

Dezember 2019

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